Remote Work – Zusammenarbeit von (fast) überall

Remote Work heißt Mitarbeit von überall. Und was noch? Weitere Infos zum Vergleich mit Home Office, passenden Jobs , Vor- & Nachteilen sowie Tools.

Ortsunabhängiges Arbeiten liegt im Trend

Den Arbeitsalltag nicht an einem festen Arbeitsplatz im Büro, sondern Zuhause, im Café oder Co-Working Space beginnen? Virtuelle Zusammenarbeit über digitale Tools managen? Gerade dann arbeiten, wenn Sie am produktivsten sind? Für viele Unternehmen ist das bereits Alltag. Immer mehr Organisationen entdecken Remote Work für sich.

Diese Arbeitsform ist nicht nur ein Modewort, sondern spätestens seit der Corona-Pandemie ein unaufhaltsamer Trend, auch in vielen deutschen Unternehmen. Sie verspricht eine bessere Work-Life-Balance, mehr Produktivität und eine flexible Gestaltung des Arbeitstages.

Jeder dritte Beschäftigte weltweit arbeitet mobil

Laut einer Studie von CNBC arbeiten mittlerweile Rund um den Erdball 70 Prozent der Beschäftigten mindestens einen Tag in der Woche remote. Doch was bedeutet Remote Work, wo liegt der Unterschied zum Home Office und was sind die Vorteile und Herausforderungen, die Fernarbeit mit sich bringt?

  1. Was ist Remote Work?
  2. Was bedeutet es, Remote zu arbeiten?
  3. Remote Work vs. Home Office
  4. Vor- und Nachteile von mobiler Arbeit
  5. Tools & Tipps für Remote Arbeit
  6. Fazit: Remote Work funktioniert nur mit Struktur

1. Was ist Remote Work?

Remote Work bedeutet, keinen festen Arbeitsort zu haben, sondern räumlich unabhängig – mit flexibler Zeiteinteilung – seinen Aufgaben nachzugehen. Durch diese Unabhängigkeit bzw. Flexibilität wird die ganze Welt zum „Arbeitsplatz“. Übersetzt bedeutet die Bezeichnung „Remote Work“ Fernarbeit bzw. Telearbeit und setzt damit keinen bestimmten Arbeitsplatz voraus.

Jeder beliebige Ort kann so – zumindest theoretisch – zum „mobilen Office“ werden: Die eigenen vier Wände, das Lieblingscafé in der Stadt oder die Strandbar auf Bali. Eine feste Definition des Konzepts gibt es allerdings nicht, da jeder Arbeitnehmer und jede Organisation die Umsetzung für die eigenen Bedarfe anpassen kann. Wieweit die Freiheiten gehen und was gemeinsam abgestimmte Rahmenbedingungen sind, ist dabei ganz individuell festzulegen. Ein Synonym ist dabei der Begriff Mobile Office.

2. Was bedeutet es, Remote zu arbeiten?

Das Konzept ‚Remote Work‘ beinhaltet aber nicht nur das ortsunabhängige Arbeiten als Mobile Office, sondern ist geprägt von selbstbestimmten Aufgaben, digitaler Kommunikation und virtuellen Büros. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ergeben sich neue „Freiheiten“, die eine neue Arbeitswelt formen. Angetrieben wird die Entwicklung durch die Digitalisierung und New Work.

Bei New Work steht der Mensch im Mittelpunkt. Die Werte sind unter anderem Mitbestimmungsrecht, Freiheit und Selbstständigkeit. Aber auch das Einbringen von eigenen Ideen und die ständige Weiterbildung liegen im Fokus. Die Hauptarbeit von Remote Workern findet vor dem Laptop und am Telefon statt. Die wichtigste Grundvoraussetzung: ein stabiler Internetanschluss.

Ein Bild von einem Interview
Die Arbeit findet vor dem Bildschirm statt

3. Remote Work vs. Home Office

Grundsätzlich gilt: Arbeitnehmer, die ortsunabhängig arbeiten, werden in der Regel weniger in den Büroalltag eingebunden. Im Home Office-Konzept geht es hingegen oft darum, die geregelten Arbeitszeiten und Unternehmens-Prozesse aus dem Büro auf das eigene Zuhause zu übertragen. Dadurch bleibt die Struktur des Büroalltags erhalten.

Was ist dann der Unterschied zwischen Home Office und mobiler Arbeit?

Beim Home Office entsteht also ein fester Arbeitsplatz im privaten Bereich, der auch mit dem Arbeitgeber vereinbarte Arbeitszeiten beinhaltet. Weiterhin haben viele Beschäftigten aus der Heimarbeit trotzdem die Möglichkeit, bei Bedarf im Büro zu arbeiten. Für Mitarbeiter, die mit den Strukturen im Büro unzufrieden sind, bietet das Home Office allerdings weniger Raum für Veränderung.

Gleichzeitig trägt das Home Office mittlerweile ein eher negatives Image. Häufige Assoziationen sind eine geringere Konzentration und Disziplin, die Bilder wie eine Arbeit „aus dem Bett heraus“ oder einen Laptop zwischen Wäschekorb und Bügelbrett hervorrufen. Remote Work hingegen genießt aufgrund seiner klareren Ausrichtung auf die eigene Produktivität eine professionellere Reputation.

Remote Arbeit richtet sich an eigene Bedürfnisse

Im Gegensatz zum Homeoffice fehlt dem Fernarbeiter ein fester Arbeitsplatz. Vielleicht arbeiten Sie am Schreibtisch zuhause konzentrierter, aber Ihre Kreativität wird durch den Trubel in den Cafés gefördert? Dann können Sie Ihre Arbeitsweise und -umgebung anpassen.

Über Arbeitsort und das gestalten des Arbeitstages entscheidet der Mitarbeiter selbst. Morgens früher anfangen und dafür den Nachmittag frei machen? Zile ist es, das volle Potential auszuschöpfen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Eine Gruppe erfolgreicher Mitarbeiterinnen im Büro
Coworking Spaces bieten Abwechslung

Remote Jobs: Passende Stellen finden

Wer auf der Suche nach Remote Arbeit ist, sollte Stellenanzeigen richtig und genau lesen. Oft ist die Rede von „Heimarbeit“, die mit Fernarbeit nicht gleichzustellen ist. Wenn Sie gezielt nach Remote Work suchen, dann sollte sich die Arbeit von theoretisch jedem Ort der Welt aus erledigen lassen. Inzwischen gibt es extra dafür ausgelegte Jobportale, die sich auf Remote Jobs spezialisieren.

Diese Jobportale bieten Stellenanzeigen für Remote Arbeit an:

4. Vor- und Nachteile von mobiler Arbeit

Wer das Mobile Office für sich entdecken will, sollte neben der Zustimmung des Arbeitgebers, auch die Vor- und Nachteile des mobilen Arbeitens im Überblick behalten.

VorteileNachteile
Höhere ProduktivitätQualitätsverlust
Work-Life-BalanceÜberstunden
FamilienfreundlichVereinsamung
Flexible ArbeitszeitenKeine festen Strukturen
Kosten Ersparnisniedrigeres Gehalt


Auch Unternehmen, insbesondere abseits der urbanen Ballungsräumen, profitieren von der Standortunabhängigkeit. Durch das Wegfallen der festen Büroräume sind Mitarbeiter befreit von langen und stressigen Arbeitswegen, die häufig in der Rushhour enden. Auch lassen sich Kosten senken, da weniger Räumlichkeiten benötigt sind.

Produktivität braucht Selbstdiziplin

Viele Arbeitnehmer sehen den Vorteil von ortsunabhängigem Arbeiten in der flexiblen Gestaltung des Arbeitstages. Für den mobilen Arbeiter steht die persönliche Work-Life-Balance im Vordergrund. Es wird also nicht vorgeschrieben, wann und wo gearbeitet wird, was bei einigen die Produktivität steigert, da im individuellen Leistungshoch gearbeitet werden kann.

Die Auflösung des klassischen Bürolebens ist – neben den Vorteilen – mit einigen Herausforderungen verbunden. Eine ordentliche Portion Selbstdisziplin gehört zum Alltag jedes Remote Workers, um die veränderte Struktur und variable Umgebung tatsächlich auch gewinnbringend nutzen zu können. Denn wenn die Effizienz von Aufgaben leidet, führt das zu Frustration – sowohl beim Arbeitgeber als auch beim Arbeitnehmer selbst.

Persönlichen Kontakt pflegen

Persönliche Kommunikation mit Kollegen an der Kaffeemaschine oder Mittagessen geht verloren und auch der direkte Raum für private Gespräche fällt weg. Das kann schnell zur Vereinsamung führen, denn nicht jeder ist so kontaktfreudig und findet an jedem Ort sofort neue Gesprächspartner. Daher ist es wichtig, über Messenger oder Videokonferenzen einen regelmäßigen Kontakt aufrechtzuerhalten.

Nicht zu vernachlässigen ist zudem: Wer nicht anwesend ist, kann folglich weniger auf sich aufmerksam machen. Das kann sich vor allem auf Gehaltsverhandlungen auswirken. Mitarbeiter in der mobilen Arbeit bekommen – zumindest statistisch –seltener Gehaltserhöhungen und werden weniger häufig befördert.

Zeitliche Grenzen setzen

Persönliches Zeitmanagement: Unterschätzt wird eine präzise strukturierter Zeitplanung, auch ohne Vorgaben des Arbeitgebers. Wer keine klaren zeitlichen Grenzen setzt, arbeitet meist länger, und schafft dabei nicht zwangsläufig mehr. Eine Erkenntnis ist auch, dass sich die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit bei Remote Workern erhöht.

Ein junger Mann schaut am Laptop auf die Uhr
Legen Sie die Arbeitszeit fest

Teamkultur fördern trotz ortsunabhängiger Arbeit

Durch die fehlende räumliche Nähe können der Teamgeist und das gemeinsame Ziel verloren gehen. Damit die Zusammenarbeit im Team, das Wir-Gefühl und die Kommunikation innerhalb des Unternehmens nicht leiden, sollte die Teamkultur regelmäßig gefördert werden. Dabei helfen digitale Tools für einen einfachen Austausch, aber auch Teambuilding-Spiele und gemeinsame (virtuelle) Veranstaltungen.

5. Tools & Tipps für Remote Arbeit

Das Arbeiten an beliebigen Orten bzw. die „Machbarkeit“ hängt stark von den vorhandenen Arbeitswerkzeugen ab. Tools für Videokonferenzen, soziale Netzwerke und Collaboration-Software sammeln für alle Mitarbeiter relevante Information und sind für die Zusammenarbeit im Team essentiell.

Diese Werkzeuge helfen bei der digitalen Zusammenarbeit:

  • Infrastruktur: Eine gute Internetverbindung ist die Grundlage für das Konzept der Remote Arbeit.
  • Hardware: Laptop und Firmenhandy gehören zur Grundausstattung.
  • Software: Offener Chat für laufende Kommunikation. Hier bietet sich Slack, Zoom oder Skype an. Für das Einwählen ins Firmennetzwerk ohne
    Sicherheitsrisiken, sind VPN-Zugänge von Vorteil.
  • Dokumentmanagement: Kollaboratives arbeiten in einem Dokument bieten beispielsweise Google Drive und Dropbox.
  • Projektmanagementtools: Projektmanagement-Software wie factro strukturiert die Aufgabenverteilung im Team.
Ein Projektstrukturplan für einen Redaktionsplan
Projekttools vereinfachen die Aufgabenstrukturierung

Transparente Kommunikation

Mit Remote Work zum Erfolg: Nur durch transparente Kommunikation im Team. Es ist leichter vorher mit dem Team zu besprechen, welche digitalen Tools als hilfreich angesehen werden und auf welche verzichtet werden kann. Klar ist – Digitale Tools unterstützen nur dann, wenn Menschen ihr Wissen mit anderen Remote Workern teilen.

5 Hilfreiche Tipps für ortsunabhängiges Arbeiten

  1. Rituale schaffen
  2. Den Tag zeitlich planen
  3. Eindeutig kommunizieren
  4. Wohlfühlarbeitsort kreieren
  5. Klare Ziele setzen

Auch in der Fernarbeit ist eine klare Struktur für den Arbeitstag von Bedeutung, um Aufgaben zeitlich zu planen und die gesetzten Ziele zu erreichen. Dabei helfen tägliche Rituale, wie feste Pausen zum Mittagessen, auch ohne festen Arbeitsort.

6. Fazit: Remote Work funktioniert nur mit Struktur

Remote Work ist in der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Das Konzept erweitert das mittlerweile vielerorts bekannte Home Office um weitere Komponenten und erschafft so eine eigene Arbeitsform. Dabei geht es insbesondere um die flexible Gestaltung des Tages, abgestimmt auf die Bedürfnisse des Menschen. Dazu gehören eine freie Wahl des Arbeitsortes, eine bessere Anpassung an die private Situation und ein optimales Nutzen des eigenen Leistungshochs.

Am Ende des Tages definiert jedes Unternehmen den Begriff „Remote Work“ für sich. Einige Organisationen stellen komplett darauf um, anderen führen es nur temporär ein. Das spätere Gelingen hängt dabei von vielen Faktoren ab und ist zudem Typsache. Dazu gehören die nötige Selbstdisziplin, eine transparente Kommunikation mit allen Beteiligten und eine klare Struktur.

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