Smart City – digitale Stadtentwicklung

Smart City: Was ist das überhaupt? Was sind Vorteile der digitalen Stadtentwicklung? Und ein Überblick darüber, welche Städte schon heute Smart Cities sind.

Mehr Lebensqualität in digitalen Städten

München, Hamburg, New York, Seoul, Amsterdam und Bochum – was diese Städte gemeinsam haben? Alle sind sogenannte Smart Cities. Neue Technologien digitalisieren diese Städte in vielen unterschiedlichen Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Soziales und Verwaltung.

Digitaler Wandel als Chance

Städte, Gemeinden und Kommunen stellen sich (endlich) dem digitalen Wandel und haben die Chance, eine nachhaltige, lebenswerte und integrierte Stadtentwicklung zu fördern, die auf das Gemeinwohl der Bevölkerung ausgerichtet ist.


Eine Grafik mit Informationen zum Live-Webinar von factro für die Öffentliche Verwaltung


Um das Ziel einer Smart City zu erreichen, braucht es in erster Linie eine digitale Veränderung der Prozesse, Dienstleistungen, Infrastruktur und Produkte. Doch was genau ist jetzt überhaupt eine Smart City? Was sind Vorteile der digitalen Stadtentwicklung? Und welche Städte sind sogar heute schon Smart Cities?

  1. Was ist eine Smart City?
  2. Vorteile einer digitalen Stadt
  3. Das Konzept: Was macht eine Smart City aus?
  4. Smart Cities in Deutschland und der Welt
  5. Fazit: Die Stadt von morgen ist (bestenfalls) eine Smart City
Drei Frauen sitzen vor ihren Laptops und lachen gemeinsam
In einer Smarten Stadt steht der Mensch im Mittelpunkt

1. Was ist eine Smart City?

Die Bezeichnung Smart City beschreibt eine Stadt, die mit moderner Technologie die Stadtplanung, Verwaltung, Mobilität, Energie und Nachhaltigkeit positiv verändert und effizient miteinander vernetzt. Erreicht wird eine Stärkung des Gesamtsystems der Stadt, die im zweiten Schritt auch die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger steigert.

Eingesetzt werden Informations- & Kommunikationstechnologien, um ökologische – z.B. im Bereich Umweltschutz, bei dem Städte eine wichtige Rolle spielen – und soziale Verbesserungen zu schaffen. Dadurch werden die Städte nicht nur grüner, sondern sind auch fortschrittlicher und häufig wirtschaftlicher als andere.

Herausforderungen, die den Klimawandel, das Bevölkerungswachstum, den demografischen Wandel oder die Ressourcenverknappung umfassen, werden mit innovativen Lösungen angegangen.

📌  Definition „Smart City”Gabler Wirtschaftslexikon
„[…] unter dem i.d.R. alle Konzepte verstanden werden, Städte mithilfe der Möglichkeiten neuer technischer Entwicklungen und der Informations- und Kommunikationstechniken im Hinblick auf Ökologie, sozialem Zusammenleben, politischer Partizipation etc. zu modernisieren und lebenswerter zu gestalten. […]” – Dr. Markus Siepermann, Professor der Wirtschaftsinformatik

Smart City Charta

Die Smart City Charta entstand 2017 und richtet sich an Städte, Kommunen und Gemeinden. Darin beschreibt die Dialogplattform Smart Cities, dass Städte die Digitalisierung nicht einfach geschehen lassen sollten, sondern aktiv mitgestalten. Veranschaulicht wird, wie Ämter und Behörden intelligente und zukunftsorientierte Kommunen kreieren. Damit wird an an die New Urban Agenda (NUA) der Vereinten Nationen angeknüpft.

Zentrale Themen und Bereiche von Smart Cities

  • Stabile, flächendeckende Infrastruktur
  • Neue Wege, Bewohner zu informieren (Website, Soziale Netzwerke etc.)
  • Effizienter Einsatz von Energie und Ressourcen
  • Umweltschutz und Nachhaltigkeit
  • Wirtschaftliche Standortattraktivität
  • Öffentliche Verwaltung ausgerichtet auf den Menschen
  • Steigerung der Lebensqualität der Bewohner
Ein Hochhaus bepflanzt mit vielen grünen Bäumen
Gerade in Städten leidet die Luftqualität – Alternativen werden gebraucht

2. Vorteile einer digitalen Stadt

Smarte Städte sind attraktiv und mit vielen Vorteilen verbunden. Vorteile für wen? Für alle, die unmittelbar in dieser Stadt leben, arbeiten oder auch nur zu Besuch sind.

Vorteile sind z.B. weniger Pendelzeit durch verbesserte Verkehrslösungen und digitale Angebote der Stadt. Verwaltungsangelegenheiten lassen sich in Smart Cities online erledigen, sind damit leichter zugänglich und mit weniger Zeitaufwand verbunden. Intelligente Smart City-Strategien führen schließlich zu mehr Sicherheit und einem komfortableren Alltag.

Wie profitieren Bewohner einer smarten Stadt?

Ausgerichtet ist die digitale Stadt auf ihre Bewohner – sie stehen im Mittelpunkt. Es sind die Ansprüche der Menschen, die überhaupt erst den digitalen Wandel antreiben. Und es ist ihr Wunsch nach Innovation und Transformation. Vor allem im Bezug auf moderne Technologien, Sicherheit und ein neues Wohlgefühl. Dazu gehören Sauberkeit in den Städten, sichere Umgebungen und einfache Onlinezugänge zu Verwaltungsdiensleistungen.

Der private Alltag der Menschen gestaltet sich in viele Bereichen bereits digital – das soll zukünftig auch für städtische Angelegenheiten gelten: Digitale Stadtverwaltungen oder aktuelle Neuigkeiten in sozialen Netzwerken sollen Behörden, Bürger und Unternehmen besser miteinander vernetzen. Einwohner wollen und sollen transparente Einblicke in Entscheidungsprozesse und mehr Mitspracherecht in städtischen Angelegenheiten bekommen.

Mehr Sicherheit für Bürgerinnen und Bürger

Gerade wenn Menschen nachts alleine – z.B. im Stadtpark oder in nicht belebten Vierteln – unterwegs sind, haben sie ein Gefühl der Unsicherheit. Smart Cities wollen ein größeres Sicherheitsgefühl schaffen. Eine Idee sind vernetzte Überwachungskameras, die vor allem im Katastrophenfall und bei Kriminalität zum Einsatz kommen.

3. Das Konzept: Was macht eine Smart City aus?

Smart City-Strategien sind klimafreundliche Mobilitäts- und Energiekonzepte, die zum einen die Ressourcen schonen und zum anderen die Stadt nachhaltiger machen. Das sind z.B. intelligente Verkehrssysteme, die die Grünschaltung bei Ampeln abhängig von der Verkehrssituation oder des ÖPNV machen.

Das verkürzt mögliche Wartezeiten effizient oder überlässt öffentlichen Verkehrsmitteln die Vorfahrt. Außerdem schaffen neue Technologien regenrative Energiequellen, wie Solaranlagen auf Dächern von öffentlichen Gebäuden der Stadt.

Sharing Economy

Konzepte wie Sharing Economy setzen darauf Gegenstände systematisch Auszuleihen, sodass nicht alles zwangsläufig in eigenem Besitz sein muss. Im Mittelpunkt steht der Gemeinschaftskonsum. Das können zum einen Co-Working-Spaces sein, die bei Bedarf angemietet werden können, oder das Leih-Fahrrad, um mal schnell von einem Ort zum anderen zu kommen. Viele Mitarbeiter aus der Verwaltung und Unternehmen arbeiten häufig im Homeoffice oder mobil und sind nur selten im Büro. Das macht extra Büroräume überflüssig.

4. Smart Cities in Deutschland und der Welt

Smart Cities sind nicht nur im Ausland zu finden – auch in Deutschland sind einige der Großstädte schon digitale Städte oder auf dem Weg dorthin. Das Ranking in Deutschland (bitkom.org – Smart-City-Ranking) führt Hamburg an, dicht gefolgt von München. Mittlerweile profitieren auch kleinere Städte und Gemeinden von der Umsetzung praktischer Smart City-Strategien.

Im weltweiten Vergleich, dem sog. Smart City Index (imd.org – Smart City Index 2020), ist zwar keine deutsche Stadt unter den Top 10, allerdings sind München mit Platz 11 und Düsseldorf mit Platz 13 relativ weit oben positioniert.

Ranking der Top 7 digitalen Städte bundes- und weltweit 2020

Smart Cities in Deutschland
Smart Cities weltweit
  1. Hamburg
  2. München
  3. Köln
  4. Darmstadt
  5. Karlsruhe
  6. Stuttgart
  7. Berlin
  1. Singapur
  2. Helsinki
  3. Zürich
  4. Aukland
  5. Oslo
  6. Kopenhagen
  7. Genf

Quelle: bitkom.org, imd.org

Modellprojekt Smart Cities

Seit 2019 werden Städte – speziell bei der Umsetzung zur Smart City – durch das „Modellprojekt Smart Cities” vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) gefördert. In den nächsten 10 Jahren sollen viele deutsche Städte, Kreise und Gemeinden mit Konzepten und Maßnahmen zur Umsetzung unterstützt werden.

Von der Bundesregierung werden hierfür rund 820 Mio. Euro bereitgestellt. Jedes Jahr werden bestimmte Städte ausgewählt, die beim Modellprojekt gefördert werden. 2021 ist Bochum eines von 28 Modellprojekten.

Smart City-Konzept in Bochum

Die Stadt Bochum hat erfolgreich Fördermittel vom Bund für ihre Umsetzung einer Smart City zur Verfügung gestellt bekommen. Der Oberbürgermeister der Stadt, Thomas Eiskirch, sieht das als große Chance: „Die Förderung als Modellprojekt Smart Cities ist ein toller Erfolg für Bochum. Damit erhält unser Anspruch Rückenwind, Bochum zur Vorreiterin modernen Stadtmanagements zu entwickeln. Wir freuen uns deshalb sehr, dass die Bochumer Smart City-Bestrebungen auch von der Jury als modellhaft für ganz Deutschland eingeschätzt werden.“

Das Bochumer Konzept soll Bürgerinnen und Bürgern in der Zukunft einen noch besseren Service bieten sowie die Digitalisierung noch schneller und konsequenter vorantreiben. Ein Projekt ist das Haus des Wissens: Der Ort ist als digital-analoger Bildungsraum das Herzstück der Bochumer Smart City. Unter ein Dach gebracht werden eine Markthalle, ein Konzept für eine Volkshochschule, die Stadtbücherei und ein Dachpark. Mit diesem Bauvorhaben soll sich die ehemalige Industriestadt in eine Universitäts- und Bildungsstadt verwandeln.

Das Haus des Wissen in der Stadt Bochum
Das Haus des Wissens als Bildungsort in Bochum (Quelle: lokalkompass.de)

5. Fazit: Die Stadt von morgen ist (bestenfalls) eine Smart City

Smart Cities bieten viele Vorteile und neue Chancen, als Stadt attraktiver zu werden. Die Digitalisierung ist ein unaufhaltsamer Trend, den Kommunen und Verwaltungen weiter verfolgen (sollten). Durch das Konzept der Smart Cities werden digitale Wege auf weitere Bereiche ausgeweitet und bieten Bürgerinnen und Bürgern eine noch höhere Lebensqualität.

📌 Lese-Tipps zum Thema „Smart Cities”

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