Kapazitätsplanung: So managst Du Deine Ressourcen

von | 08.09.2023

Definition: Was ist Kapazitätsplanung?

Kapazitätsplanung (auch: Ressourcenmanagement) bezeichnet die vorausschauende Einteilung aller verfügbarer Ressourcen (Zeit, Budget, Sachmittel, Personal, Maschinen, Räume, etc.) in Abstimmung mit dem erwarteten Kapazitätsbedarf für Projekte oder Produktionen.

Ziel der Ressourcenplanung ist, mit einer optimalen Auslastung aller vorhandenen Kapazitäten den maximalen möglichen Ertrag innerhalb eines vorgesehen Zeitfensters sicherzustellen. Die Planung orientiert sich dabei an Bezugsgrößen wie Mitarbeiteranzahl, Personentagen, Verfügbarkeit, Fristen und Kosten.

Die Kapazitätsplanung (umgangssprachlich Kapa-Planung oder Kapa) ist dabei besonders in der Produktion und Prozessmanagement, aber auch im Projektmanagement, Projektportfoliomanagement sowie im Agentur- und Beratungsbereich ein wichtiger Teil des Zeitmanagements. Die Bedeutung dieser Disziplin ergibt sich insbesondere aus ihrer Komplexität. Ressourcenmanagement muss diverse Blickwinkel auf Produkt-, Projekt- und Unternehmensebene einnehmen und vereinen.

  1. Worauf kommt es bei der Kapazitätsplanung besonders an?
  2. Welche Vorteile bietet Dir eine Kapazitätsplanung?
  3. Welche Gefahren lauern bei einer fehlenden Ressourceneinteilung?
  4. Welche Software unterstützt mich, die Auslastung meiner Mitarbeiter zu managen?
  5. Fazit: Kapazitätsplanung ist ein strategisches Muss

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1. Worauf kommt es bei der Kapazitätsplanung besonders an?

Bei der Kapazitätsplanung liegt der Schwerpunkt vor allem auf der nachhaltigen Zu- und Einteilung von Ressourcen, insbesondere die der einzelnen Teammitglieder. Daher ist vor allem die vorausschauende Projektplanung in Abstimmung mit Führungskräften wie Teamleitern, Projektleitern und dem Management essentiell.

Unternehmen befinden sich in einem konstanten Wandel und können nicht mehr statisch agieren. Um die strategischen Unternehmensziele nicht zu gefährden, müssen Sie in der Lage sein, flexibel zu reagieren. Gleichzeitig braucht es ein gewisses Verständnis über den eigenen Bedarf an Kapazitäten und den operativen Aussichten.

Jedoch gibt es zwei Arten wie Du Kapazitäten kalkulieren kannst: die kurzfristige (operative) und die langfristige (strategische) Planung. Die kurzfristige Kapazitätsplanung befasst ich mit der Verteilung vorhandener Ressourcen auf einzelne Projektbereiche, die langfristige beschäftigt sich mit der Abdeckung aller Bereiche in zukünftigen Bereichen und untersucht was weiter ausgebaut werden muss.

Kapazitäten: Angebot und Bedarf

Im Projektalltag bedeutet das z.B., den Kapazitätsbedarf und das Kapazitätsangebot gegenüberzustellen und anzugleichen. Wenn für ein Projekt rund 20 Mitarbeiter mit vollen Personenstunden benötigt werden, aber nur 15 Mitarbeiter verfügbar sind, liegt es am Ressourcenmanagement, eine optimale Planung herauszuarbeiten. Dazu gehört auch, bereits bestehende Engpässe zu identifizieren.

Ein Team arbeitet gemeinsam an einem Projekt

Engpässe im Team können zur Überschreitung von Deadlines führen

Aufgaben in der Ressourcenplanung

Zu den Aufgabenschwerpunkten in der langfristigen Planung gehört dabei:

  • Mitarbeiter gemäß Ihrer Qualifikationen einsetzen
  • Vakanzen erkennen und mit geeignetem Personal besetzen
  • Kapazitäten an strategischen Unternehmenszielen ausrichten
  • Aktivitäten realistisch planen, inkl. Puffer und Auslastungssteuerung

Magisches Dreieck balancieren

Das magische Dreieck steht im Projektmanagement für drei der wichtigsten Dimensionen, die den Erfolg maßgeblich beeinflussen: Zeit, Kosten und Leistung. Diese Faktoren gehören zum Kern des Kapazitätsmanagements, weshalb sich das magische Dreieck ideal als Messinstrument eignet.

Eine Illustration des Magischen Dreiecks im Projektmanagement

Das Magische Dreieck im Projektmanagement

Wie auch beim Ressourcenmanagement steht das Ziel im Mittelpunkt des Dreiecks. Um dieses zu erreichen, müssen die Ressourceneinheiten ausgeglichen sein, da sie einander beeinflussen. Wird an einer Ecke des Dreiecks gezogen, müssen die anderen nachziehen, sonst entstehen Zielkonflikte. Verschiebt sich z.B. die Deadline nach hinten, steigen auch die Kosten, weil länger am Auftrag gearbeitet wird.

Da es bei beiden Instrumenten auf die Abstimmung zwischen den Variablen vorkommt, kann das magische Dreieck herangezogen werden, um die Effektivität der Ressourcenplanung zu prüfen.

Flexibel auf Abweichungen reagieren

Im Multiprojektmanagement kann es sinnvoll sein, Mitarbeiter nicht vollständig auszulasten, um bei Bedarf umzuplanen, wenn es zu unvorhergesehenen Änderungen an wichtigeren Projekten kommt. In solchen Fällen sorgt Ressourcenmanagement für einen Kapazitätsabgleich sowie Kapazitäts-, Auftrags- und Terminanpassungen und vermeidet einen Ressourcenkonflikt.

Weiter Möglichkeiten für Unternehmen, flexibler zu agieren, sind auch auf Leiharbeiter für eine temporäre Beschäftigung zurückzugreifen, die Aufgaben oder die Produktion auszulagern oder weitere Prozesse gänzlich outzusourcen.

2. Welche Vorteile bietet Dir eine Kapazitätsplanung?

Ausgewogenes Mitarbeiterpensum

Im operativen Alltag sorgt die Kapazitätsplanung dafür, dass die Mitarbeiterauslastung balanciert ist. So erhöhst Du die Produktivität und das Engagement: Sind Mitarbeiter nicht ausgelastet, sind sie unzufrieden, gleichzeitig hat die Organisation Kosten ohne Ertrag.

Auch dem anderen Extrem – überforderten Mitarbeitern – beugst Du vor, schützt die Gesundheit Deines Teams und stellst eine pünktliche und qualitative Fertigstellung der Aufgaben sicher, während Du Personentage und Schichten nicht überstrapazierst.

Ein junger Mann schaut am Laptop auf die Uhr

Belastbare und verlässliche Daten

Zu den Pluspunkten einer effizienten Ressourcenplanung gehören auch die belastbaren und verlässlichen Ergebnisse. Die Mitarbeiterauslastung ist ausgeglichen, Termine, Aufwände sowie Kosten haben einen Puffer, und nicht zuletzt sind Bedarf und Angebot aufeinander abgestimmt. Das bedeutet, dass die Planung Schwankungen abfängt und Aufträge weniger Risiken ausgesetzt sind.

Wettbewerbsfähigkeit beibehalten

Gerade langfristig ausgelegte Kapazitätsplanung ist eine wesentliche Stütze für die Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen. Sie ist ein Auffangnetz bei Abweichungen und stellt sicher, dass für jede Aktivität genug Ressourcen verfügbar sind.

Das hilft bei der Optimierung bestehender Prozesse, bei neuen Projekten und auch bei großen Veränderungen im Rahmen eines Change Managements. Unternehmen wissen, womit sie planen können, wo Freiräume zur Verfügung stehen und wie diese gewinnbringend genutzt werden, um z.B. Innovationen voranzutreiben.

3. Welche Gefahren lauern bei einer fehlenden Ressourceneinteilung?

Prozesse ohne effiziente Ressourcenplanung bergen viele Risiken. Einerseits sind Fluktuation und Krankheit bei Mitarbeitern nicht auszuschließen, andererseits kann es jederzeit zur Verzögerungen oder Abweichungen im Geschäftsalltag kommen. Dies ist wiederum mit Kosten, Umstrukturierung und im schlimmsten Fall sinkender Qualität oder gar einer Einstellung des Auftrags verbunden.

Im Detail können sich diese Auswirkungen in verschiedenen Bereichen niederschlagen. Zu den Folgen gehört u.a.:

  • Reagieren auf ungeplante Änderungen nicht möglich
  • Deadlines können nicht eingehalten werden
  • Mitarbeiterausfall wird nicht kompensiert
  • Kosten übersteigen den Rahmen
  • Wettbewerbsfähigkeit geht verloren
  • Aufträge können nicht angenommen werden

Ein Mann hat viel Chaos am Arbeitsplatz

4. Welche Software unterstützt mich, die Auslastung meiner Mitarbeiter zu managen?

Im Alltag erfolgt die Kapazitätsplanung in der Regel mit passender Projektmanagement-Software oder einer Zeiterfassung Software. Excel-Tabellen oder E-Mails sind aufgrund der Intransparenz, geringen Flexibilität und des hohen Pflegeaufwandes kein zeitgemäßes Mittel mehr.

Ressourcenplanung mit Software managen

Ein richtiges PM-Tool hingegen ist darauf ausgelegt, Projekte und Aufgaben zu organisieren und somit auch die Verfügbarkeit, Zuständigkeiten und notwendigen Kapazitäten, z.B. Aufwände, festzuhalten. Ein Beispiel ist das Tool factro.

Zur Planung eignen sich dabei besonders der hierarchische und leicht nachvollziehbare Projektstrukturplan (PSP), wenn es um die Strukturierung von Projekte und Aufgaben geht, sowie das Gantt Chart, um eine Zeitleiste und darauf basierend einen Zeitplan zu erstellen.

Das projektübergreifende Kanban Board “Meine Aufgaben”

Das projektübergreifende Kanban Board “Meine Aufgaben”

Aufwände tracken

Mit den Aufwänden in factro behältst Du jederzeit die Arbeitszeit und die Kapazitäten Deines Teams im Blick. Lege für jede Aufgabe einen Plan-Aufwand fest, an dem sich der zuständige Mitarbeiter orientieren kann. Die pro Bearbeitungszyklus tatsächlich erbrachte Leistung wird über den Ist-Aufwand verbucht und von den Plan-Stunden abgezogen.

Daraus entsteht der Rest-Aufwand, der jederzeit einen Einblick in den Fortschritt bietet. Stellt der Ausführende während der Bearbeitung fest, dass der Rest-Aufwand nicht reicht, kann er diesen manuell anpassen. Die Unterschiede zwischen Plan- und Ist-Aufwand zeigen sich daraufhin als Rest-Aufwand.

So kannst Du bei jeder Aufgabe und für das gesamte Projekte beurteilen, wie gut abgestimmt Planung und Realität waren und daraufhin Deine Prozesse für die Zukunft jederzeit optimieren. So wird Deine Ressourcenplanung zunehmend präziser.

Personalkapazitäten verteilen

Mit der factro Ressourcenauslastung hast Du zudem durch eine klare Visualisierung die Auslastung aller Mitarbeiter im Überblick, kannst so die benötigten Ressourcen besser verteilen und sorgst für eine optimale Auslastung. Du legst die Verfügbarkeiten der Teammitglieder fest und siehst dank der Fieberkurve, wie hoch das Pensum für jeden einzelnen Kollegen ist.

Ressourcenauslastung mit eingeplantem Osterurlaub

In der Ressourcenauslastung ist die Abwesenheit abgebildet

Hat ein Mitarbeiter zu viele Aufgaben, lassen sich diese im Handumdrehen per Drag & Drop jemand anderem zuordnen. Alternativ kannst Du einfach den Zeitraum oder die Dauer verändern und so die Belastung steuern. Somit kannst Du immer sicherstellen, dass das Team weder über- noch unterfordert ist und die Produktivität steigern.

Auch die langfristige Planung profitiert von der Kapazitätsplanung mit der Ressourcen-Übersicht, z.B. wenn Teammitglieder ihren Urlaub beantragen und in diesem Zeitraum Aufgaben an eine andere Person zugewiesen werden müssen.

5. Fazit: Kapazitätsplanung ist ein strategisches Muss

Strategische Kapazitätsplanung ist ein Muss, damit Unternehmen wettbewerbsfähig, innovativ und wirtschaftlich agieren können. Sie sorgt dafür, dass nicht nur jede Art von Ressourcen ausreichend vorhanden sind, sondern diese auch bedarfsgerecht eingeteilt werden.

Ohne Ressourcenmanagement laufen Unternehmen Gefahr, Deadlines oder Budgets zu überstrapazieren, Mitarbeiter zu überfordern und womöglich sogar Aufträge zu verlieren – weil sie scheitern oder nicht angenommen werden können. Effiziente Ressourcenplanung denkt zukunfts-orientiert & vorausschauend. Organisationen schaffen langfristige Mehrwerte, können ihre Vision umsetzen und sind flexibel.

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Vivien-Jana Gaida

Vivien-Jana Gaida recherchiert und schreibt für den factro Blog über aktuelle Tools und Trends. Nach ersten Erfahrungen beim Handelsblatt und der Wirtschaftswoche, ist sie nun Teil des Marketing-Teams bei factro. Auf dem factro Blog teilt sie ihr Fachwissen über die moderne Arbeitswelt, Digitalisierung, Projektmanagement- und Collaboration-Software.