Unternehmensziele: Definition & Tipps

von | 03.11.2023

Wo geht es hin?

Egal wie groß oder alt ein Unternehmen ist, eines brauchen alle: Unternehmensziele. Vor der Gründung eines Unternehmens ist es essentiell, sich Gedanken darüber zu machen, wo die Reise mit dem eigenen Unternehmen hingehen soll. Auch für die Beschäftigten in einem Unternehmen sollte die Vision immer klar sein.

Viele bekannte Unternehmen fassen ihre Mission in einem Satz zusammen und tragen so ihre Vision nach außen. Unternehmensziele umfassen aber auch wirtschaftliche Interessen: Das Hauptziel eines Unternehmens ist im häufigsten Fall die Gewinnmaximierung.

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Ein Beispiel dafür ist das Unternehmensausrichtung von Microsoft:
„Our mission is to empower every person and every organization on the planet to achieve more.“

Dieses Zitat wird auch auf der Über-uns-Website promoted und ist somit direkt erkennbar für jede Person, die mehr über das Unternehmen erfahren möchten.

Unternehmensziele könne außerdem in verschiedenen Kategorien eingeordnet und an unterschiedlichen Faktoren festgemacht werden. In diesem Artikel erfährst Du, was man genau unter Unternehmenszielen versteht, welche Arten und Unterschiede es gibt und wie sie formuliert werden.

Mit einer Schreibmaschine ist das Wort "Goals" auf ein Blatt Papier geschrieben worden

Unternehmensziele geben eine Richtung vor

Definition: Was sind Unternehmensziele?

Ein Unternehmensziel oder auch mehrere beschreiben das, was zukünftig im Unternehmen erreicht werden soll. Zudem sollen sie dabei helfen, die Vision des Unternehmens zu verwirklichen. Dabei ist das oberste Ziel für wirtschaftliche Unternehmen die Gewinnmaximierung.

“Nach dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip ist in einer Marktwirtschaft das oberste Ziel eines Unternehmens, einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen.” – bpb.de (Bundeszentrale für politische Bildung)

Warum sind Unternehmensziele wichtig?

Ziele sind eine Orientierung für alle Mitarbeitenden und sorgen für Motivation, da genau klar ist, wofür und warum etwas gemacht wird. Ein Unternehmensziel trägt auch dazu bei, dass sich die Mitarbeitenden mit Deinem Unternehmen, aber auch die Kundschaft, sich mit Deinem Produkt oder Dienstleistung identifizieren können. Festgehalten werden diese Ziele im Businessplan.

Unternehmensziele sind zudem sinnstiftend, da klar ist, wofür gearbeitet wird und in welche Richtung sich das Unternehmen entwickeln soll bzw. wie der Soll-Zustand eines Unternehmens aussehen soll. Und: Nur ein eindeutiges Ziel kann auch erreicht werden.

Wichtig ist zudem, dass die Ziele nicht im Widerspruch zueinander stehen oder sich gegenseitig ausschließen. In diesen Fällen kommt es zu einem Zielkonflikt, die meist nicht eindeutig gelöst werden können.

Natürlich ist auch die Wirtschaftlichkeit ein Faktor. Damit ein Unternehmen erfolgreich ist, müssen bestimmte Ziele wie z.B. ein gewissen Marktanteil zu erreichen, erfüllt werden.

Diese Arten von Zielen gibt es

Grundsätzlich kann zwischen zwei Arten von Zielen unterschieden werden:

  • Quantitativ: Das Ziel ist messbar anhand von bestimmten Faktoren, z.B. Steigerung des Umsatzes
  • Qualitativ: Erfolge lassen sich meist nicht in Zahlen ausdrücken. Dazu zählen beispielsweise Kundenzufriedenheit oder -bindung

Auch die nachfolgenden Unternehmensziele können in diese Kategorien eingeordnet werden.

Zeitliche Zielsetzung

Bei der Festlegung von Unternehmenszielen gibt es unterschiedliche zeitliche Etappen. Einige Ziele können nicht innerhalb eines Jahres umgesetzt werden, deswegen können Ziele in 3 Kategorien eingeteilt werden:

  • Kurzfristige Unternehmensziele: Bis zu einem Jahr
  • Mittelfristige Unternehmensziele: Bis zu 3 oder 5 Jahren
  • Langfristige Ziele: Mehr als 3 oder 5 Jahre

Langfristige Ziele sind dabei quasi übergeordnete Ziele. Die kurzfristigen und mittelfristigen Ziele sind dabei ein Mittel, um die diese Ziele zu erreichen. Das können zum Beispiel Projektziele sein. Das Unterteilen in kleinere Zwischenziele macht die große Vision verdaulicher. Zudem motiviert es die Beschäftigten, wenn Meilensteine und Zwischenziele oder Teilziele erreicht und abgeschlossen werden.

Des Weiteren geben die mittelfristigen Ziele die Richtung vor, in die sich das Unternehmen entwickeln sollte. Sie sind sozusagen die Verbindung zwischen den kurzfristigen und langfristigen Zielen und werden auch strategische Ziele oder Sachziele genannt.

Eine Darstellung der Unternehmensziele in pyramidenform

Faktoren bei der Zielsetzung

Bei der Festlegung von Zielen können Unternehmen tendenziell nach zwei Prinzipien vorgehen, dem Minimal- und dem Maximalprinzip. Der Anspruch des Minimalprinzips ist die Erzielung optimaler Ergebnisse bei möglichst geringem Einsatz. Das Maximalprinzip dagegen möchte mit einem vorher festgelegten Aufwand ein größtmögliches Ergebnis erzielen.

Wirtschaftliche Unternehmensziele

Ökonomische Ziele können in drei verschiedene Arten von Zielen, die jeweils auf unterschiedliche Faktoren ausgerichtet sind, eingeteilt werden.

  • Ertragsziele: Sie umfassen alles, was in Zahlen messbar ist
  • Marktziel: Hier wird besonders die Zukunft des Unternehmens auf dem Markt ins Auge gefasst, das kann z.B. ein gewisser Marktanteil sein
  • Leistungsziele: Sie sind nicht immer messbar und beziehen sich oft auf firmeninterne Ziele wie Mitarbeiterzufriedenheit

Eines der Hauptziele ist jedoch die Gewinnmaximierung und das Unternehmenswachstum.

Soziale Unternehmensziele

Diese Art Ziele beschreibt den Umgang mit Angestellten und der Kundschaft, aber auch soziales Engagement in der Öffentlichkeit.

Da die Mitarbeitenden der Faktor sind, der das Unternehmen am Laufen hält, betreffen soziale Ziele in diesem Bereich vor allem die Wertschätzung – z.B. durch einen gerechten Lohn und Arbeitsplatzsicherheit. In vielen Unternehmen gibt es zudem einen Betriebsrat, der die Interessen der Beschäftigten vertritt. Auch betriebliche Sozialleistungen gehören zu diesem Punkt.

Ökologische Unternehmensziele

Gerade in den letzten Jahren hat sich viel in den Bereichen Umweltschutz und Nachhaltigkeit getan. Gerade für junge Menschen sind diese Aspekte ein Faktor für eine Kaufentscheidung.

Für ein Unternehmen kann dies beispielsweise die Umstellung auf erneuerbare Energien sein oder die Verwendung nachhaltiger Materialien. Auch Maßnahmen, die CO2 einsparen oder Abfall vermeiden fallen darunter.

Unternehmensziele Beispiele

Für eine bessere Orientierung stellen wir Dir ein paar beispielhafte Unternehmensziele vor.

Marktanteil

Der Marktanteil ist ein wirtschaftliches Ziel, bei dem es darum geht einen bestimmten Anteil am Markt mit dem eigenen Produkt zu erzielen. Erreicht werden kann das z.B. mit Social-Media- oder Werbekampagnen, da so die Marke an Bekanntheit gewinnt.

Mitarbeiterzufriedenheit

Die Mitarbeiterzufriedenheit wirkt sich positiv auf die Mitarbeiterbindung aber auch auf das ganze Unternehmen aus. Was dabei hilft, ist beispielsweise eine ausgeglichene Work-Life-Balance, die Chancen zum selbstbestimmten Arbeiten und zukunftssichere Entwicklungsmöglichkeiten.

Unternehmensziele vs -werte

Unternehmensziele und -werte sind zwar eng miteinander verbunden, aber sollten dennoch nicht in einen Topf geworfen werden: Unternehmensziele liegen in der Zukunft und es wird versucht, sie mit entsprechenden Mitteln und Ressourcen zu erreichen. Dabei hilft die Ressourcenplanung.

Unternehmenswerte sind dagegen etablierte Regeln, die den täglichen Umgang miteinander, aber auch wichtige Entscheidungen beeinflussen können. Sie bestimmen auch die Art der Zusammenarbeit. Beispiele hierfür sind Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit oder Integrität.

Grundsätzlich kann dabei zwischen drei Ebenen unterschieden werden

  • Unternehmensebene: Auf dieser Ebene geht um ein leitende Richtlinien, die sich unter anderem auf die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnerschaften auswirken. Hier solltest Du Dich fragen, wer zu Deinem Unternehmen passt und Deine Werte unterstützt.
  • Mitarbeitendenebene: Auf dieser Ebene wirken die Werte auf alle Beschäftigten. Sie dienen als Handlungsorientierung in der Zusammenarbeit im Team und sollen Loyalität schaffen.
  • Kundschaftsebene: Diese Ebene richtet sich vor allem an die Außenwirkung des Unternehmens und das Verhältnis zu der Kundschaft und der Bindung an das eigene Unternehmen.
Mehrere Personen bilden eine Kreis und legen ihre Hände aufeinander in die Mitte

Unternehmenswerte gelten ebenenübergreifend

Was sind smarte Unternehmensziele?

Doch wie werden Ziele eigentlich richtig aufgestellt? Dafür gibt es verschiedene Methoden, eine davon stellen wir Dir hier vor: Die Smart-Methode.

Ziele nach der SMART-Formel

Die Smart-Methode leitet Dich bei der Formulierung von Zielen anhand bestimmter Parameter an. Der Sinn dahinter ist, ein konkretes Ziel zu formulieren. Das gilt natürlich nicht nur für Unternehmensziele. SMART ist ein Akronym und steht für:

  • Spezifisch: Ein Ziel sollte immer klar formuliert und eindeutig sein und nicht zu allgemein sein, also nicht “Einkaufsprozess beschleunigen”
  • Messbar: Ein konkreter Maßstab sorgt für mehr Orientierung, wie z.B. „Einkaufsprozess von 6 auf 4 Tage beschleunigen”.
  • Akzeptiert: Damit das Ziel wirklich umgesetzt wird, ist es wichtig, dass es von allen Mitarbeitenden akzeptiert und als erstrebenswert angesehen wird. Aus diesem Grund sollte der Mehrwert hervorgehoben werden: “Den Einkaufsprozess von 6 Tage auf 4 Tage beschleunigen, um mehr produzieren und ausliefern zu können.“
  • Realistisch: Damit ein Ziel messbar bleibt und akzeptiert wird, sollte es vor allem realistisch sein. Es muss mit vorhandenen Ressourcen umgesetzt werden. Beispiel: “Den Einkaufsprozess von 6 Tage auf 4 Tage zu beschleunigen, um 15 Prozent mehr zu produzieren und ausliefern zu können.”
  • Terminiert: Zum Schluss sollte ein festgelegter Zeitraum, in dem das Unternehmensziel erreicht werden soll, abgesteckt werden. Plane dabei unbedingt genügend Pufferzeit mit ein. Das Endergebnis könnte dann so aussehen: “Den Einkaufsprozess bis zum 01.02.2025 von 6 Tage auf 4 Tage beschleunigen, um 15 Prozent mehr zu produzieren und ausliefern zu können.”

Was Du bei der Aufstellung noch beachten solltest, ist, dass Ziele positiv formuliert werden. Das lenkt den Fokus auf das, was Du erreichen möchtest. Bei längeren Projekten solltest Du außerdem Zwischenziele und Meilensteine festlegen.

OKR-Methode

OKR-Methode steht für Objectives and Key Results und bildet ein Gerüst für die Formulierung und Umsetzung von Unternehmenszielen. Objectives bezieht sich auf qualitative Ziele und Key Resulst auf Kennzahlen. Zugleich werden aber auch die Teamziele miteinbezogen.

Für drei Monate werden also Objectives und Key Results formuliert, die erreicht werden sollen. Dabei sollten die verfügbaren Ressourcen optimal genutzt werden. Am Ende der drei Monate wird dann diskutiert, was gut und schlecht lief. Diese Erkenntnisse werden dann in den nächsten Zyklus mit eingebracht.

Umsetzung der OKR-Methode

Bei der Umsetzung wird auf drei Ebenen gedacht:

  • Framework-Ebene: Ganzheitliche Anwendung der Methode in der gesamten Organisation
  • Content-Ebene: Eine Orientierung, welche Ziele besonders wichtig sind
  • Human-Ebene: agile Führungskultur

OKR: Das sind die Vorteile

Die OKR-Methode ist eine andauernde Lernschleife. Durch die regelmäßigen Rückblicke können immer mehr Verbesserungen vorgenommen werden. Es ergeben sich aber auch weitere Vorteile:

  • schnelle Reaktion auf Veränderungen
  • weniger Stress durch klare Prioritäten
  • starke Einbindung des Teams
  • übergeordnete Ziele werden in der kurzfristigen Planung berücksichtigt

Fazit: Unternehmensziele als Kompass

Unternehmensziele sind also für die Zukunft des Unternehmens entscheidend. Sie geben die Richtung vor und an ihnen orientieren sich Führungskräfte und Beschäftigte. Ein klares Ziel sorgt zudem für Motivation und trägt dazu bei, dass sich Personen mit dem Unternehmen identifizieren können. Unternehmensziele und Unternehmenswerte können sich überschneiden und sorgen für die passende Außenwirkung und den Umgang untereinander.

Die verschiedenen Arten der Unternehmensziele helfen zudem dabei, wirtschaftliche, soziale aber auch ökologische Ziele zu verfolgen. Bei der Formulierung Deiner Ziele hilft Dir die Smart-Methode, die Dich Schritt für Schritt dabei anleitet.

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Sarah Rasch

recherchiert für den factro Blog und schreibt Artikel über die neusten Entwicklungen im Bereich Projektmanagement.