Software für das Gesundheitswesen – diese Tools solltest Du kennen!

von | 13.03.2026

Zu viel Bürokratie im Gesundheitswesen?

Das Gesundheitswesen steht unter zunehmendem Druck: Steigende Patientenzahlen, Fachkräftemangel und wachsende Dokumentationspflichten sorgen dafür, dass medizinisches Personal einen großen Teil der Arbeitszeit mit administrativen Aufgaben verbringt. Terminorganisation, Dokumentation, Kommunikation und interne Abstimmungen binden Ressourcen, die eigentlich für die Patientenversorgung benötigt werden. Häufig kommen dabei noch Insellösungen oder manuelle Prozesse zum Einsatz, die Abläufe unnötig kompliziert machen.

Eine Software fürs Gesundheitswesen setzt genau hier an, indem sie Prozesse digitalisiert, automatisiert und Informationen zentral verfügbar macht. So können Einrichtungen effizienter arbeiten und medizinisches Personal wird spürbar entlastet. Erfahre hier die Vorteile und Tools, die für diesen Zweck geeignet sind.

Warum braucht es im Gesundheitswesen eine Software?

Um die Gesundheitsversorgung in Deutschland zu verbessern und die notwendigen Strukturen für ein modernes Gesundheitswesen zu schaffen, wird die digitale Transformation des Gesundheitswesen vorangetrieben. Begonnen wurde mit der elektronischen Patientenakte (ePA), dem elektronischen Rezept (E-Rezept) und der digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) für die Versicherten sowie die Ausweitung der Nutzungsmöglichkeiten für die Videosprechstunde und weitere Leistungen in der Telemedizin. Die Zielsetzung der verschiedenen Maßnahmen findet sich unter anderem in folgenden Gesetzen:

  • dem Digitalgesetz (DigiG)
  • und dem Gesetz zur verbesserten Nutzung von Gesundheitsdaten (GDNG).

Welche Vorteile hat eine Gesundheitswesen-Software?

Zu den Vorteilen der digitalen Transformation und dem Einsatz von digitalen Tools zählen die schnelle Kommunikation, effizientere Verwaltungsabläufe durch die Abschaffung von Faxnachrichten und Papierformularen und jederzeit zugängliche Daten.

Durch eine systematische und sichere Auswertung von Gesundheitsdaten können Krankheiten besser erkannt und die Versorgung individuell auf Patientinnen und Patienten zugeschnitten werden. Zudem können auch Patientinnen und Patienten jederzeit ihre E-Akte einsehen und können so selbstbestimmter agieren.

Diese Effizienz ist besonders vor dem Hintergrund des demographischen Wandels wichtig: immer mehr ältere und chronisch kranke Menschen müssen versorgt werden und durch die moderne Versorgung kann dies gestemmt werden.

Eine Person tippt auf einer Tastatur. Das Foto ist aus der Vogelperspektive aufgenommen. Oberhalb der Tastatur liegt ein Stethoskop

Eine Gesundheitswesen Software muss vor allem leicht zu bedienen sein

Welche Herausforderungen fallen im Gesundheitswesen an?

Krankenhäuser, Praxen und Therapieeinrichtungen stehen vor besonderen Herausforderungen, wenn es um digitale Tools geht.
Zum Beispiel:

  • Viele Bilddaten: Anders als in anderen Branchen fällt im Gesundheitssektor eine große Anzahl von Bilddateien an, die digitalisiert, gespeichert und sortiert werden müssen.
  • Strenger Datenschutz: Die Gesundheitsdaten der Menschen unterliegen einem sehr strengen Datenschutz. Daher braucht es Lösungen, die genau hierfür spezialisiert sind.
  • Intuitive Cloud-Lösungen: Der Gesundheitssektor hat alle Hände voll zu tun, daher sollten Tools einfach zu bedienen sein, damit alle Beteiligten schnell mit ihnen arbeiten können. Ganz ohne eine lange Einarbeitungsphase.
  • Ständige Verfügbarkeit: Daten müssen jederzeit abrufbar sein, daher ist Zuverlässigkeit einer der wichtigsten Punkte für eine Software im Gesundheitswesen. Nur so kann eine sichere Behandlung der Menschen sichergestellt werden.

Welche Praxis- oder Gesundheitssoftware ist die beste?

Diese Herausforderungen machen die Suche nach einer geeigneten Software nicht einfacher. Deshalb stellen wir Dir 3 Tools vor, die bereits im Gesundheitswesen verwendet werden.

Praktische Tools für das Gesundheitswesen

1. adesso AURA: Effiziente Dokumentationslösung
Die Dokumentationslösung von adesso unterstützt medizinische Einrichtungen bei der effizienten Erstellung von Arztbriefen. Mithilfe von künstlicher Intelligenz können Arztbriefe weitgehend automatisiert generiert werden, wodurch der administrative Aufwand für medizinisches Personal deutlich reduziert wird.

Die Software interpretiert zudem medizinische Daten wie Laborwerte und Vorbefunde und kann diese strukturiert in die Dokumentation integrieren. So entsteht ein umfassendes Bild der Patientengeschichte. Zusätzlich ermöglicht die Lösung die automatische Erstellung patientenindividueller Formulare. Auf diese Weise lassen sich Dokumentationsprozesse im Klinik- und Praxisalltag deutlich beschleunigen und standardisieren.

2. webPRAX: Videosprechstunde für therapeutische Behandlungen
Immer beliebter werden auch Videosprechstunden, da besonders in ländlichen Gegenden die medizinische Versorgung schlechter wird. webPRAX ist eine Softwarelösung für digitale Videosprechstunden, die speziell für therapeutische Behandlungen entwickelt wurde. Sie eignet sich unter anderem für Psychotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie und ermöglicht es Behandelnden, ihre Patientinnen und Patienten ortsunabhängig zu betreuen.

Neben der eigentlichen Videokommunikation bietet webPRAX weitere Funktionen zur Unterstützung der digitalen Therapie. Dazu gehören ein verschlüsselter Chat, der sichere Austausch von Dokumenten sowie ein integriertes Whiteboard. Zusätzlich verfügt die Plattform über eine Terminverwaltung, die die Organisation von Sitzungen erleichtert. Das Tool ist sowohl für Einzelpraxen als auch für größere Praxen und Kliniken geeignet.

3. factro: Projektmanagement für Digitalisierungsprojekte im Gesundheitswesen
factro ist eine Projektmanagement-Software, die bei der Planung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten im Gesundheitswesen unterstützt wird. Mit factro können Projekte an einem Ort strukturiert geplant, organisiert und dokumentiert werden. Alle relevanten Informationen werden zentral an einem Ort gesammelt, sodass Teams jederzeit den Überblick über Aufgaben, Fortschritte und Verantwortlichkeiten behalten.

Für eine übersichtliche zeitliche Planung bietet factro 4 voreingestellte Ansichten an:

  • Projektstrukturbaum
  • Kanban Board
  • Tabelle
  • Gantt-Diagramm

Das Gantt-Diagramm ist besonders gut geeignet, um den zeitlichen Ablauf zu planen. Abweichungen und Engpässe werden automatisiert erkannt und markiert, sodass ein rechtzeitiges Eingreifen möglich ist. Zusätzlich können automatisierte Projektberichte erstellt werden, die den aktuellen Stand eines Projekts transparent zusammenfassen.

Ein Screenshot vom Gantt-Diagramm

Abhängigkeiten zwischen Aufgaben werden im Gantt-Diagramm deutlich

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Datenschutz: factro wird in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform sowie BDSG-neu-konform. Darüber hinaus sind Vertragsmodelle wie ein EVB-IT-Cloudvertrag möglich, und ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) kann auf Anfrage abgeschlossen werden.

Praxen, Kliniken und Co erhalten außerdem persönliche Beratung sowie Workshops zur Einführung und optimalen Nutzung des Tools. Für wiederkehrende Projekte stehen Projektvorlagen zur Verfügung, sodass sich neue Vorhaben schnell aufsetzen lassen. Die intuitive Bedienung ermöglicht es dabei, dass Personen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen effizient arbeiten können.

Eine Abbildung verschiedener Projektvorlagen in factro

Mit Projektvorlagen kannst Du direkt starten

Fazit: Digitale Lösungen für effizientere Abläufe

Moderne Software fürs Gesundheitswesen leistet einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung. Sie helfen dabei, administrative Prozesse zu vereinfachen, Abläufe transparenter zu gestalten und die Zusammenarbeit innerhalb von Teams und zwischen verschiedenen Abteilungen sowie zwischen Ärztinnen und Ärzten und Patientinnen und Patienten zu verbessern. Dadurch können Praxen, Kliniken und Therapieeinrichtungen effizienter arbeiten und wertvolle Zeit sparen.

Gleichzeitig sorgt die Digitalisierung dafür, dass Informationen strukturiert verfügbar sind und Entscheidungen schneller getroffen werden können. Richtig eingesetzt unterstützt Gesundheitswesen-Software somit nicht nur organisatorische Prozesse, sondern schafft auch mehr Freiraum für eine verlässliche und patientenorientierte Versorgung.

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Sarah Rasch

recherchiert für den factro Blog und schreibt Artikel über die neusten Entwicklungen im Bereich Projektmanagement.