Digitale Schule – zukunftsorientierte Bildung

Digitale Bildung bietet neue Möglichkeiten für Schulen. DigitalPakt – einfach erklärt ✔︎ Vorteile ✔︎ Herausforderungen im Unterricht.

Modernes Lernen mit digitaler Infrastruktur

Was in der Theorie einfach klingt, ist in der Praxis mit vielen Knackpunkten verbunden: Ein stabiles Internet und WLAN in allen Klassenräumen, Dienstlaptops bzw. iPads für Lehrkräfte, funktionierende Hard- & Software für Schülerinnen und Schüler…

…und vor allem ein Unterricht, der klassische Unterrichtsphasen mit digitaler Lehre sinnvoll verbindet und echte Mehrwerte schafft. Das sind nur einige Bereiche, die bei der Digitalisierung an Schulen eine wichtige Rolle spielen.

Spätestens seit der Corona-Pandemie macht die Digitalisierung vor kaum einem Lebensbereich halt. Home Office und Remote Work sind zur Selbstverständlichkeit geworden und haben auch die Öffentliche Verwaltung und das Bildungswesen erreicht. Homeschooling und Wechselunterricht zeigen die Dringlichkeit einer umfassenden Digitalisierung – auch an Schulen – und führen oft schonungslos vor Augen, was in der Vergangenheit versäumt wurde.

Digitale Schule bietet neue Möglichkeiten

Mittlerweile wachsen Kinder ganz selbstverständlich mit digitalen Medien und virtuellen Welten auf. Hiervor sollte sich der schulische Unterricht nicht verschließen, sondern es – ganz im Gegenteil – als Chance begreifen, einen wertvollen Beitrag zu leisten: Schülerinnen und Schüler im Umgang mit digitalen Medien begleiten und entscheidende Schlüsselqualifikationen entwickeln.

Der „Feind“ scheint in den technische Voraussetzungen zu lauern.: Laut Statista haben etwa nur 36 Prozent der Schulen in Deutschland einen Zugang zu schnellem Internet und WLAN.

Die Bewährungsprobe: Durch den Distanzunterricht ist die Digitalisierung an Schulen nicht mehr zu umgehen. Besonders für Lehrkräfte bieten sich neue Chancen und Herausforderungen einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln – allen technischen Hürden zum Trotz.

  1. Digitale Schule – eine Definition
  2. Technische Ausstattung für Schulen
  3. Digitale Bildung: Als Chance begreifen!
  4. Was sind Herausforderungen digitaler Schule?
  5. Digitale Schule ist die zukünftige Bildung

1. Definition: Digitale Schule

Der Begriff „Digitale Schule“ beschreibt den Einsatz digitaler Medien im schulischen Gesamtprozess. Auch die Veränderung im Hinblick auf das allgemeine Bildungsziel, wird laufend erfasst. Die Kompetenz, sich Wissen selbst anzueignen und kreative Lösungen bei Problemen zu entwickeln, wird immer bedeutender.

„Digitale Schule ist die harmonische Kombination von moderner, digitaler Infrastruktur und inspirierender, zukunftsweisender Pädagogik.” – Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann (österreichischer Bildungsminister seit 2017)

Technologien beeinflussen unsere Welt und damit unseren Lebensstil. Das betrifft auch unser Bildungssystem, das sich durch die Digitalisierung von Schule zunehmend neu strukturieren wird.

In erster Linie werden schulische Prozesse erneuert: Der klassische Unterricht entwickelt sich weiter – zukünftig wird Bildung unter dem Einsatz digitaler Medien vermittelt. Dabei lässt sich die Art des Lernens für Schüler und Schülerinnen unterschiedlich gestalten und wird außerdem ortsunabhängig, was nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie besonders beschleunigt wurde.

Laptop Hände Menschen
Digitale Lehre kann an den Lernenden angepasst werden

2. Technische Ausstattung für Schulen

Bevor digitale Bildung überhaupt erst möglich ist, müssen zunächst die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu zählt flächendeckendes, schnelles WLAN, Tablets für Schülerinnen und Schüler, interaktive Whiteboards bzw. Smartboards für alle Klassenzimmer und passende Tools, um Lehrmaterialen vorzubereiten.

Bildungseinrichtungen stehen vor der gewaltigen Aufgabe, Zuständigkeiten, Finanzierungen, Auswahl der technischen Ausstattung und digitale Medien sinnvoll in den Unterricht einzubinden und im Laufenden Schulbetrieb zu administrieren.

Was ist der DigitalPakt Schule?

Der DigitalPakt der Bundesregierung soll Schulen genau dabei helfen und sie unterstützen, die Digitalisierung vor Ort voranzutreiben. Konkret stehen allen Bundesländern hierfür etwa 7 Milliarden Euro zur Verfügung.

Ziel ist der Aufbau einer flächendeckenden digitalen Bildungsinfrastruktur. Alle Schulen sollen eine umfassende Digitalisierung erhalten, die ein modernes, digitales Lernformat ermöglicht. Allerdings wird es Schulen – durch eine komplizierte und aufwendige Antragsstellung – zum Teil erschwert, überhaupt erst an dieses Geld zu kommen.

Doch technische Voraussetzungen sind nur ein Baustein: Neben einer optimalen Hardware und Software kommt es vor allem auf qualifizierte Lehrkräfte an, die in puncto Digitalisierung ein gewisses Know-how besitzen.

Digitalisierung wird eben nicht nur mit einer geeigneten technischen Ausstattung umgesetzt, sondern vielmehr durch passende pädagogische Konzepte. Mit der richtigen Lerninfrastruktur soll das Lernen zukünftig mithilfe digitaler Medien und kollaborativem Arbeiten online – zum Beispiel auch im Distanzunterricht – leichter fallen.

Onlinezugangsgesetz: digitale Verwaltung im Bildungsbereich

Im Bereich Bildung werden in den kommenden Jahren sämtliche Ergebnisse der öffentlichen Verwaltungstätigkeit digitalisiert – das plant zumindest das Onlinezugangsgesetz. Nachdem Bund, Länder und Kommunen ihre Verwaltungsdienstleistungen zunehmend digitalisieren, gehen bald die ersten Projekte in der digitalen Bildung in die Pilotphase, wie zum Beispiel eine Online-Plattform für Schulzeugnisse. Durch dieses Gesetz soll die digitalisierte Bildung jedem Menschen zugänglich gemacht werden.

Schüler Laptop Unterricht
Alle Schüler und Schülerinnen sollen Zugang zu digitaler Bildung bekommen.

3. Digitale Bildung: Als Chance begreifen!

Chancen sehen! Digitale Bildung bietet die große Chance, bereits jungen Menschen einen „intelligenten“ Umgang mit digitalen Medien näher zubringen, der im Studium und spätestens im beruflichen Alltag eine Grundvoraussetzung ist. Es entstehen neue Wege, Wissen zu vermitteln – das kommt zudem unterschiedlichen Lerntypen entgegen. Zusätzlich wird eine schnelle Zusammenarbeit ermöglicht, die Schülerinnen und Schüler auch von Zuhause aus vernetzt. Durch die einfache Fehlerbehebung sind Lerninhalte außerdem immer auf dem aktuellsten stand.

Bereits vor der Corona-Pandemie haben vor allem Hochschulen Lehrmaterialen immer häufiger digitalisiert. Auf der Plattform Moodle finden Studierende zum Beispiel Unterlagen aus Vorlesungen und Übungen, sodass ein Kurs einfach aufgearbeitet werden kann, ohne immer anwesend sein zu müssen. Tatsächlich sind Schulen in einigen Bereichen schon weiter digitalisiert als andere öffentliche Behörden. Das digitale Schwarze Brett ist beispielsweise schon seit dem Jahr 2006 im Einsatz.

5 Vorteile digitaler Lehre

  1. Personalisiertes Lernen: Lernende bauen mithilfe eines Tools Wissen auf dem passenden Niveau auf. Der individuelle Lernprozess wird gefördert, sodass auch bei Schwierigkeiten genügend Möglichkeiten bleiben, weiterführende Aufgaben zu bearbeiten.
  2. Zeit- und ortsunabhängig Lernen: Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, an verschiedenen Orten zu jeder Zeit Lernmaterialien zu bearbeiten oder nachzuholen.
  3. Alle Lerninhalte auf einem Gerät: Durch die Nutzung von Tablets werden Bücher, Hefte und Blöcke ersetzt. Schwere Schultaschen gehören damit zur Vergangenheit. Alle Unterrichtsmaterialen befinden sich an einem digitalen Ort – bei einem spontanen Unterrichtsausfall, kann beispielsweise in jedem beliebigen Fach weitergearbeitet werden.
  4. Einfache Begleitung Lernender: Durch die digitale Erfassung sehen Lehrkräfte schnell, auf welchem Stand sich ein Schüler aktuell befindet. Gerade Schwächere können mit individuellen Lehrmöglichkeiten gefördert werden.
  5. Lernen basierend auf Projekten: Schon in der Schule werden Fähigkeiten im organisatorischen und kollaborativem Arbeiten vermittelt und grundlegende Methoden im Zeitmanagement erlernt.

4. Was sind die Herausforderungen digitaler Schule?

Wo WLAN zur Verfügung steht, sind Social Media-Plattformen bzw. Dienste wie YouTube, Instagram und TikTok nicht weit. Die Verlockung ist groß: Schülerinnen und Schüler schicken sich Videos oder schreiben in einem gemeinsamen Chat Inhalte, die von den eigentlichen Lerninhalten ablenken. Lehrkräfte haben hier die für sie „neue“ Aufgabe, Kommunikations- und Informationstechnologien einzusetzen und zusätzlich die Grenzen & Risiken abzuschätzen bzw. im Notfall einzugreifen.

Gerade die Datenschutz-konforme und Jugendschutz-gerechte Nutzung ist eine Herausforderung, damit Schülerinnen und Schüler auch außerhalb der Schule verantwortungsvoll mit entsprechenden Tools und in digitalen Netzwerken umgehen.

Andere Bundesländer, andere Regeln

Schwierigkeiten könnten zusätzlich die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern machen. Gerade im Sektor „Schule“ gibt es keine einheitlichen Verfahren. Die Folge: Es können digitale Lösungen anderer Bundesländer zu Problemen führen, die von Beginn an eingeplant werden müssen.

5. Digitale Schule ist die Zukunft der Bildung

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass Digitalisierung ein wesentlicher Bestandteil unseres Alltags ist. Auch bzw. gerade das digitale Lernen hat eine neue Bedeutung und Gewichtung bekommen. Allerdings ist dies ein erster Startschuss.

Digitale Hausaufgaben, Tests und virtuelle Räume werden für Schülerinnen und Schüler – aber auch für Lehrerinnen und Lehrer – zunehmend zur „Normalität“ werden.

Ein Nachteil könnte sich aus einer länderübergreifenden Lösung ergeben, da Schulen in unterschiedlichen Bundesländern andere Voraussetzungen und Regelungen haben. Trotzdem sind Schulen auf einem guten Weg zukünftig mit digitalen Werkzeugen wie E-Learning zeitgemäßen Unterricht zu gestalten.

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