Fünf Fragen an Thomas Hutter

Im exklusiven factro Interview spricht Thomas Hutter, CEO der Hutter Consult AG, über die Themen Collaboration und Digitalisierung.

Thomas Hutter im Interview mit factro

Experten teilen Ihr Know-How

In unserer Interview-Reihe „Fünf Fragen an“ stehen Experten zu den Themen „Collaboration“, „digitale Zusammenarbeit“ und „New Work“ Rede und Antwort mit Tipps, Erfahrungen und einem Blick in die Zukunft.

Heute im Gespräch: Thomas Hutter. Er ist nicht nur Facebook-Guru der ersten Stunde, sondern immer noch einer der renommiertesten Facebook-Marketing-Experten im deutschsprachigen Raum und CEO der Hutter Consult AG.

factro: Was sind für Dich die entscheidenden und unmittelbaren Mehrwerte digitaler Zusammenarbeit? Warum sollten Unternehmen und Organisationen dieses Thema besser sofort als später angehen?

Thomas Hutter: Die digitale Zusammenarbeit bringt markant mehr Transparenz in den Unternehmensalltag. Die Effizienz in der Kommunikation steigt, alle beteiligten Personen haben Zugriff auf relevante Informationen und das Know-How kann besser geteilt und verteilt werden. Viele Arbeitsschritte können besser dokumentiert und Abläufe fliessender gestaltet werden.

Projekte werden übersichtlicher, Projektstatus sind für alle jederzeit ersichtlich, Termine besser planbar und Ressourcenengpässe schneller ersichtlich. Notizen zu Gesprächen, Meetingprotokolle und Absprachen sind für alle Teammitglieder einsehbar. Gleichzeitig erlaubt die digitale Zusammenarbeit dezentrale Arbeit – es spielt keine Rolle, ob ein Teammitglied im Büro, zu Hause oder unterwegs arbeitet – was gerade in den letzten Monaten extrem wichtig war.


factro: Wenn ich Teamarbeit digitalisieren möchte, komme ich an Tools und Apps nicht vorbei. Worauf muss ich bei der Auswahl der richtigen Lösungen besonders achten? Was ist nur Kosmetik?

Thomas Hutter: Wichtig ist die stetige Verfügbarkeit. Wir setzen hier auf Cloud-Lösungen mit einer sehr hohen Verfügbarkeit. Ebenso sind geräteübergreifende und vom Betriebssystem unabhängige Lösungen wichtig, welche den mobilen Zugriff erlauben. Anbindungsmöglichkeiten an bestehende Tools und Software sind wichtig, so können Doppelspurigkeiten und unnötige Datenerfassung auf ein Minimum reduziert werden.

Eine hohe Anpassbarkeit und eine offene Architektur sind ebenfalls sehr wichtig, sodass das Tool bestmöglich an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Gleichzeitig sollte das Tool möglichst einfach zu bedienen sein. Kosmetik – naja, Dinge, die die Oberflächen verschönern, haben meistens einen sekundären Charakter und sind nur bedingt notwendig.


Eine Business-Frau arbeitet an einem Projektstrukturplanfactro: Was ist Deiner Ansicht nach die größte Herausforderung bei der Einführung eines Collaboration-Tools?

Thomas Hutter: Arbeitsschritte müssen teilweise neu erarbeitet werden, meistens stiftet es keinen Sinn, analoge Abläufe 1:1 im Tool abzubilden. Vielmehr sollten bestehende Abläufe neu gedacht und für den digitalen Prozess optimiert werden.

D.h. Prozesse zu digitalisieren ist häufig mit viel Aufwand verbunden, bietet aber gleichzeitig die Chance, Abläufe zu optimieren und das Team hervorragend einzubinden, damit von Beginn an eine hohe Akzeptanz im Team entsteht.


factro: Kein Tool ersetzt ein starkes Team. Wo stößt Software an Grenzen?

Thomas Hutter: Software ist nur bedingt intelligent, d.h. für sinnvolle Abläufe und Anwendungsmöglichkeiten braucht es das Know-How und die Akzeptanz des Teams.


Hände an einem Laptopfactro: Was macht einen Digital Leader aus und welche Kompetenzen muss er/sie mitbringen oder entwickeln?

Thomas Hutter: Neben den „normalen“ Leader-Fähigkeiten muss der digitale Leader die digitale Transformation vorleben und als gutes Beispiel vorangehen, d.h. er/sie verfügt über eine hohe digitale Kompetenz.

Gleichzeitig sollte er/sie über die notwendige Empathie verfügen, Vorbehalte und Ängste bzgl. der Digitalisierung abzubauen sowie Mitarbeitende zu fördern und zu inspirieren. Das bedeutet auch, mögliche Kompetenzen zu erkennen und entsprechende Personen ebenso in die Leader-Rolle einzubinden.


Über Thomas Hutter:

Thomas Hutter ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult AG. Bekannt als der „Facebook-Guru“ der ersten Stunde und als einer der renommiertesten Facebook Marketing Experten im deutschsprachigen Raum, berät er große und mittelständische Unternehmen, Organisationen und Agenturen.

Den Grundstein für die Hutter Consult AG legte er mit dem 2009 gegründeten Blog zu Facebook Marketing auf thomashutter.com, der nach wie vor als eine der wichtigsten Ressourcen zu den aktuellen Entwicklungen im Bereich Facebook und Social Media Marketing im deutschsprachigen Raum gilt.

Sein Wissen gibt er sowohl als Dozent wie auch als Seminarleiter bei diversen Seminaranbietern in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter. Auf allen gängigen Konferenzen der Branche in Deutschland, Österreich und der Schweiz trifft man ihn als Speaker und Mentor live und in Farbe.

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