Wertstromanalyse

Was ist eine Wertstromanalyse?

Im Kern handelt es sich um eine strukturierte Darstellung aller Prozessschritte, die zur Erstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung notwendig sind. Es werden sowohl wertschöpfende als auch nicht-wertschöpfende Tätigkeiten erfasst.

Typische Elemente

  • Prozessschritte und Verantwortlichkeiten
  • Material- und Informationsflüsse
  • Bearbeitungs- und Liegezeiten
  • Schnittstellen zwischen Teams und Abteilungen
  • Bestände, Warteschleifen oder Freigabeprozesse

💡 Wusstest Du? Die Methode stammt ursprünglich aus der Produktion, wird heute jedoch ebenso im Projektmanagement, in administrativen Prozessen und in der Wissensarbeit eingesetzt.

Ziele und Nutzen im Unternehmenskontext

1. Transparenz schaffen

Komplexe Abläufe werden visuell dargestellt. Das fördert ein gemeinsames Prozessverständnis über Abteilungsgrenzen hinweg.

2. Engpässe identifizieren

Wartezeiten, doppelte Arbeit oder unnötige Abstimmungen werden sichtbar und messbar.

3. Durchlaufzeiten reduzieren

Durch die gezielte Beseitigung von Verschwendung werden Projektaufträge schneller abgeschlossen und Kundenanforderungen zügiger erfüllt werden.

4. Zusammenarbeit verbessern

Die Analyse deckt Schnittstellenprobleme auf und unterstützt klar definierte Verantwortlichkeiten.

Gerade in dynamischen Organisationen hilft die Methode, Prozesse nicht nur effizienter, sondern auch stabiler und planbarer zu gestalten.

Vorgehensweise in der Praxis

Eine typische Durchführung erfolgt in mehreren Schritten:

  • Prozesse auswählen: Angebotsprozess, Produktentwicklung oder Onboarding
  • Ist-Analyse: Alle Schritte, Ziele und Beteiligten dokumentieren
  • Verschwendung analysieren: Identifikation von Wartezeiten, Medienbrüchen oder unnötigen Schleifen
  • Soll-Zustand entwickeln: optimierten Ablauf definieren
  • Maßnahmen umsetzen und überprüfen: Kontinuierliche Verbesserung etablieren

💡 Wichtig ist, dass die Analyse interdisziplinär durchgeführt wird – mit allen Beteiligten, die tatsächlich am Prozess mitwirken. Nur so entsteht ein realistisches Bild.

Praxisbeispiel aus dem Projektmanagement

Ein Unternehmen analysiert seinen internen Freigabeprozess für Marketingkampagnen. Die Visualisierung zeigt:

  • Mehrere unnötige Feedbackschleifen
  • Unklare Verantwortlichkeiten
  • Lange Liegezeiten zwischen einzelnen Prüfschritten

Abgrenzung zu ähnlichen Methoden

Im Unterschied zu allgemeinen Prozessdiagrammen fokussiert sich diese Methode gezielt auf Wertschöpfung und Verschwendung. Während klassische Ablaufdiagramme primär Struktur zeigen, liegt hier der Schwerpunkt auf Zeit, Fluss und Effizienz.

Fazit

Die Wertstromanalyse ist ein wirkungsvolles Instrument zur systematischen Prozessoptimierung in Produktion, Verwaltung und Projektarbeit. Sie schafft Transparenz, fördert bereichsübergreifendes Verständnis und liefert konkrete Ansatzpunkte zur Effizienzsteigerung. Unternehmen, die ihre Abläufe regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit.

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Clara-Marie Entian

recherchiert und schreibt für den factro Blog über aktuelle Themen und Entwicklungen im Bereich Projektmanagement.