Compliance

Was bedeutet Compliance?

Compliance beschreibt die Einhaltung von Gesetzen und internen Richtlinien innerhalb einer Organisation. Im Projekt- und Arbeitskontext geht es dabei um Planbarkeit, Risikominimierung und vertrauenswürdige Zusammenarbeit.

Im Arbeitsalltag umfasst Compliance alle Maßnahmen, die sicherstellen, dass sich Mitarbeitende und Führungskräfte an verbindliche Vorgaben halten. Das betrifft beispielsweise:

  • Externe Anforderungen (Gesetze, Verordnungen, Branchenstandards)
  • Interne Regeln (Verhaltenskodex, Prozesse, Freigaben)
  • Vertragliche Verpflichtungen (Kundenanforderungen, Lieferantenklauseln)

💡 Abgrenzung: Richtlinie, Prozess und Kontrolle

Während eine Richtlinie danach fragt, was erlaubt bzw. erwartet ist, geht es beim Prozess um die Frage „Wie wird es umgesetzt?“ bzw. bei der Kontrolle um die Frage „Wird es eingehalten?“.

Warum ist das im Projekt- und Unternehmenskontext wichtig?

Verbindliche Vorhaben können wie zusätzlicher Aufwand wirken. Doch in der Praxis schaffen sie Struktur und Sicherheit. Besonders, wenn Projekte komplex werden und mehrere Teams oder externe Stakeholder beteiligt sind. Typische Ziele sind:

  • Rechtliche Risiken senken (Bußgelder, Vertragsstrafen)
  • Reputation schützen (Vertrauen von Kunden, Mitarbeitenden)
  • Qualität und Nachvollziehbarkeit (Dokumentation und Verantwortlichkeiten)
  • Effizienz verbessern (standardisierte Abläufe)

Wie setzt man Compliance pragmatisch um?

Damit Regeln nicht im Alltag verpuffen, sollten sie verständlich, anschlussfähig und prüfbar sein. Bewährt hat sich ein Ansatz, der Menschen, Prozesse und Tools zusammendenkt.

1. Anforderungen identifizieren und priorisieren

Starte mit den Themen, die für Dein Unternehmen relevant sind:

  • Branchenregeln
  • Datenschutz, IT-Sicherheit
  • Finanz- und Einkaufsrichtlinien

Eine Risikobetrachtung hilft, den Fokus zu setzen.

2. Verantwortlichkeiten klar definieren

  • Owner: Wer ist für Inhalte und Aktualität verantwortlich?
  • Umsetzung: Wer führt Maßnahmen im Projekt aus?
  • Kontrolle: Wer prüft stichprobenartig oder regelmäßig?

3. Prozesse vereinfachen – nicht verkomplizieren

Regeln funktionieren, wenn sie sich in bestehende Abläufe integrieren lassen:

  • Freigaben als Workflow statt E-Mail-Pingpong
  • Checklisten für Projektstart, Go-live und Lieferantenauswahl
  • Vorlagen für Dokumentation und Risikologs

4. Mit Tools unterstützen: Nachvollziehbarkeit schaffen

Digitale Systeme können dabei helfen, Vorgaben „automatisch“ einzuhalten. Etwa durch Rollenrechte, Versionierung und Freigabeprozesse. Entscheidend ist, dass Regeln nicht nur existieren, sondern im Arbeitsfluss sichtbar werden.

Häufige Stolpersteine und wie Du sie vermeidest

  • Zu viele Regeln auf einmal: Lieber schrittweise einführen und priorisieren
  • Unklare Zuständigkeiten: Eindeutige Owner und Eskalationswege definieren
  • Papier-Compliance ohne Umsetzung: Maßnahmen in Prozesse integrieren
  • Keine Schulung/Kommunikation: Kurze, praxisnahe Trainings und Beispiele

Fazit

Compliance ist kein Selbstzweck. Nachhaltig umgesetzt sorgt sie für klare Leitplanken, geringere Risiken und verlässliche Projektabläufe. Wenn Du Anforderungen priorisierst, Verantwortlichkeiten klärst und Prozesse schlank in den Arbeitsalltag integrierst, wird aus Regeln ein echter Wettbewerbsvorteil.

 

 

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Clara-Marie Entian

recherchiert und schreibt für den factro Blog über aktuelle Themen und Entwicklungen im Bereich Projektmanagement.