Fünf Fragen an Sarah Böning

Mit factro spricht Sarah Böning, Inhaberin der Unternehmensberatung Talent Centric, über Collaborations-Tools und Digital Leadership.

Ein Foto von Sarah Böning

Experten teilen Ihr Know-How

Unsere Interview-Reihe “Fünf Fragen an” geht heute in die nächste Runde. Hier stehen Experten zu den Themen “Collaboration”, “digitale Zusammenarbeit” und “New Work” Rede und Antwort mit Tipps, Erfahrungen und einem Blick in die Zukunft.

Heute im Gespräch: Sarah Böning. Sie ist Inhaberin der Unternehmensberatung Talent Centric. Zudem berät sie Unternehmen, coacht und hat 15 Jahre Recruitingerfahrung.

factro: Was sind für Dich die entscheidenden und unmittelbaren Mehrwerte digitaler Zusammenarbeit? Warum sollten Unternehmen und Organisationen dieses Thema besser sofort als später angehen?

Sarah Böning: Ich empfinde eine digitale Interaktion & Kollaboration als so wertvoll und möchte das nicht mehr missen. Es bietet für jeden Einzelnen enorme Chancen von Flexibilität und alle können „on the same page“ sein. Um zu erläutern, was ich damit meine: Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir früher immer mit den festen Rechnern in den Office-Gebäuden ausgestattet waren. Wenn man mal lange gearbeitet hat, dann war es auch echt dunkel im Office und der nach Hause weg zu später Stunde – es ging einfach gar nicht anders.

Oder auch die über-regionale wie auch Länder-übergreifende Zusammenarbeit – war immer mit viel Reisen & Organisation verbunden und ggf. nicht jedes Team-Mitglied hatte die Möglichkeit auf Partizipation.

Und da ist das digitale Set-up wirklich Luxus und ein hohes Gut geworden. Was es allerdings auch zu „schützen“ gilt, damit man digital nicht müde wird. Für Unternehmen & Organisationen ist es daher wichtig, neben aller Fachlichkeit im digitalen Raum auch Zeit für Begegnungen zu schaffen.


factro: Wenn ich Teamarbeit digitalisieren möchte, komme ich an Tools und Apps nicht vorbei. Worauf muss ich bei der Auswahl der richtigen Lösungen besonders achten? Was ist nur Kosmetik?

Sarah Böning: Da ist die Lieblingsantwort „es kommt drauf an“.

Ich glaube, gewisse Firmen, Strukturen & (Projekt-)Teams geben ein gewisses Framework bzw. technisches Tool-Set ggf. bereits vor, wo man sich als (neues) Team-Mitglied integrieren kann. Und entscheidend ist aus meiner Sicht das Individuum und der persönliche digitale Reifegrad – und dieser kann im Team unterschiedlich hoch ausgeprägt sein … sprich, idealerweise sollte man im Team einen gemeinsamen Digitalisierungsweg einschlagen und auch die Tool-Auswahl fließt da mit hinein.

Ich liebe ja z.B. neben allen großen Tools, Apps & Co. auch die vermeintlich kleinen technischen Features in den Chrome Extenstions – da findet man wahre Meister für den Alltag, die einem das Leben leichter machen können. Um mal ein Beispiel zu teasern – Text Blaze oder Highlight This, sind im Alltag meine digitalen Helferlein…


factro: Was ist Deiner Ansicht nach die größte Herausforderung bei der Einführung eines Collaboration-Tools?

Sarah Böning: Ich selber habe noch keine direkte Einführung aktiv miterlebt oder verantwortet. Doch wie bei allen Arten von Projekten, ob mehr Management/ Strategie oder Prozessthemen oder IT-Implementierungen ist es der Change, die Menschen auf der Reise mitzunehmen! Und dieser Part wird oftmals im Alltag von Einführungen zu sehr „nebenbei“ gemacht …und auch z.B. im Recruiting/ in der Personalgewinnung gibt es X schöne Tools & sexy Features, doch wenn sie nur bedingt genutzt werden und nicht wirklich positiv gelebt werden – hilft oftmals das beste Tool nichts …

Ein Bild von einem Interview


factro: Kein Tool ersetzt ein starkes Team. Wo stößt Software an Grenzen?

Sarah Böning: Absolut – ich komme aus dem People Business, rund um HR und Personalgewinnung. Im Mittelpunkt ist aus meiner Sicht immer der Mensch, das Individuum, das persönliche Bedürfnis und da hegt jede/r unterschiedliche Erwartungen. Wichtig ist, diese zu kennen – durch Gespräche & Dialog.


factro: Was macht einen Digital Leader aus und welche Kompetenzen muss er/sie mitbringen oder entwickeln?

Sarah Böning: Da hadere ich kurz bei der Antwort – gibt es denn non-digital Leader?! Ich glaube, da dreht sich die Welt, auch was die Erwartungen an Leadership Prinzipien betrifft. Viele Menschen suchen Vorbilder oder Inspiration/ Impulse oder Wegweiser und nicht klassischen den Leader im Sinne Top-Down. Und essenziell für eine gute Führungskultur ist VERTRAUEN – die hat man, so hoffe ich, egal ob digital oder non-digital.


Über Sarah Böning:

Sarah Böning ist Inhaberin der Unternehmensberatung Talent Centric. Sie berät Unternehmen darin, einen nachhaltigen Talent Acquisition Plan zu entwickeln, mit dem sie schnellstmöglich an eine operative Umsetzung gelangen.

Außerdem coacht und trainiert sie Hiring Manager, um diese zu empowern, damit sie sich am aktuellen Kandidatenmarkt gekonnt positionieren.

Insgesamt weist Sarah über 15 Jahre Recruitingerfahrung auf und war bis vor ihrer Selbstständigkeit Head of Talent Acquisition bei MHP, einer Tochtergesellschaft der Porsche AG. Dort hat sie das Teamwachstum von 300 Mitarbeitenden auf über 3.300 mit verantwortet.

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